LOC051224S

Solo Exhibition

Galerie Klein

Eisenbahnstr. 108

04315 Leipzig

Germany

Noah Evenius

Klasingstr. 03

04315 Leipzig

Germany

noah@evenius.de

Loss of Contact

05.12.24–09.01.25

The solo exhibition “Loss of contact” stretches from the old Gründerzeit staircase through the renovated hallway of the two-room apartment, into the exhibition space of Galerie Klein and from there out into the kitchen. Three wooden doors lean against each other in the stairwell. Viewed from the front, they could still indicate an ordinary entrance to a room behind them. On closer look, they appear to be set aside, unfunctional and discarded. Their surfaces and door handles do not match the turned railings made of solid wood that wind their way up the staircase and their format does not seem appropriate under the high ceilings of the old building.

As we enter the light-colored laminate flooring of the apartment, we encounter a note in the hallway. In the form of a script, it attempts as a drawing to construct a room in words and breaks off in the process. Neighboring drawings show serial sequences of wooden logs which remind us of industrial processing.

Various tall wooden cubes meet in the middle of the next room. Their veneered surfaces have a similar color tone to the laminate, but differ in their more textured nature and the more dynamic play in the images of the grain gives them a feeling of natural materiality. On them is an industrially produced glass tea service by Wilhelm Wagenfeld. The drops of water collecting in the top of the teapot indicate that the Earl Grey tea is still warm. The closed lid and the gentle spout do not seem to release any perceptible fragrance. A water stain forms under the cup, running along the grain into the veneer.

Die Einzelausstellung „Loss of contact“ streckt sich von dem Leipziger Altbau Treppenhaus aus Gründerzeit über den sanierten Flur der zwei Zimmerwohnung, in den Ausstellungsraum der Galerie Klein und von dort heraus in die Küche. Drei aneinander gelehnt Holztüren stehen abgestellt im Treppenhaus. Frontal betrachtet scheinen sie aus Gewohnheit an einen unbestimmten Raum zu erinnern, der sich hinter ihnen aufmachen müsste. Nach etwas genauerer Betrachtung wirken sie in ihrer Mehrzahl abgestellt, unfunktional und aussortiert.Ihre Oberflächen und Türdrücker, passen nicht zum gedrechselten Geländer aus massiven Holz, das sich das Treppenhaus hochwindet und ihr Format scheint uns unter den Hohen Altbaudecken auch nicht passend.

Beim Betreten des hellen Laminatbodens der Wohnung begegnen uns im Flur eine Notiz. In Form eines Skripts versucht sie die Handlung zeichnerische einen Raum zu Konstruieren in Worte zu fassen und bricht dabei ab. Benachtbarte Zeichnungen, deuten in einem Raster gerahmt das Innere eines vermeintlichen Raumes an. Eine 7 cm lange, 45° geneigte Linie wird dabei zum einzigen Maßstab der Tiefe und bietet Einblicke aus immer der selben Perspektive in serielle Abläufe von Holzstämmen, die an industrielle Verarbeitungen erinnern. Handschriftliche Notizen kommentieren das ihnen unterliegende Konstrukt an Linien und verweisen auf eine kontrollierende oder bewertende Instanz. In der Mitte des daneben befindenden Ausstellungsraum treffen sich unterschiedliche hohe Holzkuben.

Die furnierten Oberflächen der Holzkuben „Modules or surfaces“ ähneln dem Farbton des verlegten Laminats, unterscheiden sich jedoch in ihrer stärker texturierten Beschaffenheit. Dadurch entsteht ein stärkeres Gefühl einer natürlicheren Materialität. Ihre dynamisch verspielte Maserung wirkt betrachtet auf großer Fläche einer Zeichnung gleich. Die im Bild der Maserung spitz zusammenlaufenden Linien spiegeln sich und markieren somit den Schnitt und das Zusammenfügen des Furniers. Die sich ausschließlich in der Höhe unterscheidenden Maße der Holzkuben scheinen einer Funktionalität zu folgen. Ähnlich Regale oder Schränke bieten sie sich dem Körper und dem zum Ausstellungsraum umfunktionierten Wohnraum vertraut an. Auf ihnen befindet sich ein gläsernes Tee-Service von Wilhelm Wagenfeld. Die sich an der Decke der Teekanne sammelnden Wassertropfen, verweisen darauf, dass der Earl-Grey-Tee noch warm sein muss. Der verschlossene Deckel und der dezente Ausschank scheinen jedoch keinerlei wahrnehmbaren Duft freizugeben. Unter der Tasse bildet sich ein Wasserfleck, der sich der Maserung entlang ins Furnier zieht, es abdunkelt und leicht aufwellt. Der Wasserfleck referiert auf einem vergangenen Gebrauch und haucht im selben Zuge dem exponierten Geschirr und den Holzkuben eine irritierende Alltäglichkeit ein.